Das Erste, das uns in Neuseeland auffällt, ist der Geruch. Es riecht, wie im Sommerurlaub in Österreich. Nach Laubbäumen und frisch gemähtem Gras. Der Morgen des 3. Dezember 2011 beginnt gerade zu dämmern, als wir zwischen den ersten Inseln in die Bay of Islands einfahren.

Mit genügend Wind kommen wir zunächst gut voran. Nur am letzten Tag der Überfahrt nach Tonga queren wir eine Regenfront, die uns wahren Wind von 35kn genau von vorne beschert. Da wir nicht gegen den Wind segeln können, müssten wir zu stark vom Kurs abweichen. Deshalb drehen wir bei (Beidrehen). Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und bei Sonnenuntergang erreichen wir die nördlichste Inselgruppe Tongas Vava'u. Wegen der einbrechenden Dunkelheit ankern wir in Port Maurelle einer großen Bucht ohne Riffe. Tonga besteht aus drei Inselgruppen Vava'u, Ha´apai und Tongatapu. Vava'u ist durch Inseln und Riffe vom Pazifik geschützt und bietet sehr viele schöne Ankerplätze. Deshalb ist es auch bei Charterseglern sehr beliebt und Moorings hat sogar einen Führer herausgebracht, in dem alle Ankermöglichkeiten durchnummeriert und die Riffdurchfahrten genau beschrieben sind.
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Neiafu der Hauptstadt von Vava'u zum Einklarieren.

Die Überfahrt nach West-Samoa ist lange und mühsam, da wir wieder einmal eine innertropische Konvergenzzone durchqueren müssen. Viel zu wenig Wind lässt die Segel wieder schlagen und wir müssen einen Tag lang motoren. Vor der Einfahrt in den Hafen von Apia auf der Insel Upolu, das ist die Hauptinsel von West-Samoa müssen wir jedoch wieder bremsen, um nicht während der Nacht einzulaufen. Die Riffdurchfahrt ist gut betont, der Hafen beinahe leer. Quarantäne und Zoll kommen bald vorbei und sind schnell erledigt. Nur Immigration hat wohl keine Lust zum Hafen raus zufahren. Also müssen wir mit dem Taxi in die Stadt. Der bringt uns zur Einwanderungsbehörde, die aber bereits geschlossen hat. Erst als wir beim Rückweg wieder dran vorbeigehen, bemerken wir, dass es die neuseeländische! Einwanderung war.
Dafür erkunden wir schon mal den Ort. Viel gibt es da nicht, dafür aber einen großen Unterschied zu Polynesien. Es ist nicht so sauber, vieles reparaturbedürftig und es gibt viele arme Leute. Auch Männer tragen Röcke sogenannte Lavalava, das ist bei den Temperaturen auch sehr vernünftig.

Die Überfahrt nach Tahiti verläuft kurz und schmerzlos. Nur die Begrüßung gefällt uns weniger. Kalter Wind und starker Regen entspricht doch dem Traumurlaubswetter in der Südsee oder? Tahiti ist wie alle Gesellschaftsinseln eine Mischung aus Marquesas und Tuamotus. Die hohen Berge der Marquesas und die umrahmenden Riffe und Motus wie in den Tuamotus. Wunderschön.

Am Nachmittag des 6. Juli 2011 verlassen wir Ua Pou und segeln gemeinsam mit Freyja und der Double Moon nach Kauehi in den Tuamotus. Motu heißt kleine Insel. Und so ein Atoll besteht aus ellipsenförmig gelegenen kleinen Inselchen mit Riffen dazwischen. Oft gibt es ganz lange Riffstücke und das ist für die Boote gefährlich, weil sie knapp unter der Wasseroberfläche sind und man sie nicht gut sehen kann. Deshalb wurden diese Inseln früher nur sehr selten angefahren. Glücklicherweise gibt es inzwischen GPS und gute elektronische Karten und Radar. Bei größeren Atollen gibt es ein oder zwei Pässe, durch die man in die Lagune einfahren kann. Manche Pässe sind sehr eng und daher nur schwer befahrbar oder man muss sogar wegen der Korallen enge Kurven nehmen. Deshalb muss man genau auf den Wind und die Tide achten (Ebbe und Flut), weil es dann sehr starke Strömungen gibt, sodass man auf das Riff oder Korallenköpfe getrieben werden könnte. Vor den Pässen ist das Meer meist hunderte Meter tief, während es im Pass nur 5-10 Meter sind, dadurch bilden sich Wellen, die bei stärkerem Wind oder Seegang gefährlich hoch werden können.