Zurück in Denia starten Gaby und Thomas wieder das bewährte TO-Betreuungsprogramm. Auch ein Feuerwerk fehlt nicht. Und trotz eines Muskelrisses im Oberschenkel begleitet mich Gaby drei Tage lang beim Einkaufen. Sogar auf den Markt, obwohl ich beim letzten mal am Gemüsestand 10 Minuten zum Aussuchen dreier Zwiebel benötigte. Trotzdem erbleicht sie, als ich sage, dass ich 4 Kilo Babykartoffeln kaufen werde und sie versucht hochzurechnen, wie lange ich dafür brauchen werde. Zu ihrer Erleichterung lasse ich den Händler auswählen. Währenddessen üben Eric und Thomas das Segeln mit dem neuen Parasail, das ist ein spezieller Spinnaker und besorgen, was am Boot noch fehlt. An einem Abend fahren wir zu einer Quelle, die heilende Kräfte haben soll und am letzten Abend besuchen wir noch ein Rockcafé, in dem eine Gruppe live uralte Rockhits spielt. Wir können jeden Song mitsingen und haben riesigen Spaß. Zum Abschied schenken sie uns noch ein Kochbuch: „Der Koch ist Kapitän“ mit Rezepten und Anekdoten, die die Autoren während ihrer Weltumseglung gesammelt haben. Damit es bei uns nicht immer nur Nudeln mit Tomatensauce gibt.

Es ist soweit! Wir haben zum ersten mal längeren Besuch an Bord. Michi, ein Freund der mittlerweile schon öfter mit uns gesegelt ist, ist angekommen. Er hat die aufwendige Reise zu uns ziemlich gut überstanden. Er ist müde, es ist ihm heiß, trotz der Abkühlung, die er schon bekommen hat, aber ansonsten ist sein Enthusiasmus ungebrochen.

Unser bisheriges Hauptsegelgebiet waren die östlichen griechischen Inseln, die Kykladen und der Dodekanes. Abhängig von der Windrichtung haben wir eine passende Bucht gesucht und dort in Ruhe geankert. Immer in der Vorsaison und nicht gerade im überfülltesten Segelrevier. Wie wir schon im letzten Artikel beschrieben haben, zählen die Ankerkünste der Spanier nicht gerade zu den berühmtesten und außerdem haben sie generell auch einen Hang zum Kuscheln. Die Bucht kann gar nicht groß und leer genug sein, sie werden sich möglichst nahe an dein Boot legen. Der Wind dreht mehrmals täglich, daher strömen teils gut ½ Meter hohe Wellen unabhängig von der lokalen Windrichtung in die Bucht und beginnen das Boot ganz mächtig zu schaukeln. Dazu kommt, dass es am spanischen Festland hauptsächlich Felsküste gibt, wodurch die Wellen nochmals zusätzlich reflektiert werden. Wir beschließen also, wieder zu den kristallklaren Sandstränden der Balearen zurückzukehren und segeln wieder nach Ibiza.

Alte Freunde
Für unsere Reise verzichten wir gerne auf viele Annehmlichkeiten, die wir zu Hause hatten, Auto vor der Haustür, Geschirrspüler, Unterhaltungen einer Großstadt und vieles mehr. Nur die Trennung von unseren Freunden macht uns am meisten zu schaffen. Daher tut es uns umso mehr leid, dass wir nicht mehr zurück nach Frankreich fahren werden, um dort einige Freunde zu treffen insbesondere unsere Nichte Naima, die ein Jahr in Amerika war und die wir daher ein Jahr lang nicht gesehen hatten.
Dafür freuen wir uns sehr, dass wir am 4. Juli Christian, genannt Crisu, Brigitte, Diane und Helena treffen. Sie haben uns sofort in das Haus von Crisus Vater und Stiefmutter, bei denen sie gerade Urlaub machen, zum Abendessen eingeladen. Das Tratschen mit Freunden hat uns schon sehr gefehlt und so müssen sie sich stundenlang unsere Geschichten anhören. Das schreckt sie aber nicht ab, denn wir dürfen noch mehrmals kommen und außerdem sind sie auch noch mit uns einkaufen gefahren, sogar später bis nach Denia, damit wir unseren Großeinkauf machen können.
Und am Dienstag sind sie unsere ersten Segelgäste. Der Hinweg nach Moraira, wo wir mittags zum Baden und Essen halt machen, ist mit einem angenehmen Wind von hinten sehr gemütlich, nur für den Rückweg dreht der Wind nicht wie angekündigt und wir müssen mit Schräglage gegen den Wind ankreuzen. Aber alle stehen es tapfer durch.

Am 21. Juni hat Aroha ihren großen Tag. Gemeinsam mit unseren Freunden Krista und Peter feiern wir Aroha´s Taufe in Frankreich mit einer Flasche österreichischem Sekt.
Mit unserer frisch getauften Aroha, haben wir auch keine Angst vor dem aufziehenden Gewitter. Außerdem ist sie hier ja nicht das einzige Boot.
Hurra! Am nächsten Tag können wir auch endlich die Solarmodule montieren. Dabei legen wir großen Wert auf eine sauber aufgeräumte Arbeitsumgebung.