26.4.2010: Wieder einmal durchkreuzt der Wind unsere Pläne. Wir können Port Louis im Norden von Guadeloupe nicht anlegen. Von dort wären es nur wenige Kilometer bis zum Flughafen gewesen, um Yves abzuholen. Also segeln wir wieder in den Nordwesten nach Deshaies.
Von dort braucht man mit dem Bus mehr als 2 Stunden zum Flughafen, ein Taxi wäre unbezahlbar. Also mieten wir ein Auto und holen Yves am 28.6.2010 vom Flughafen ab, damit können wir auch gleich den Nordwesten der Insel besichtigen und Vorräte einkaufen.

29.3.2010: Zurück in Le Marin auf Martinique besuchen wir alle unsere Freunde, um mit unserem neuen Beiboot anzugeben. Am nächsten Tag wollen wir ein Auto mieten, aber die meisten Autoleihfirmen haben nicht einmal geöffnet. Erst bei der letzten haben wir Glück und können ein Auto für den nächsten Tag reservieren.
Wir fahren zunächst die Ostküste entlang Richtung Norden. Martinique ist sehr grün, sieht aber ansonsten beinahe aus wie in Südfrankreich. Nur die Vegetation ist natürlich unterschiedlich: Zuckerrohrfelder, Bananenplantagen und Regenwald. Zu Mittag fahren wir auf die Halbinsel Caravelle, welche der Vulkan als erstes erschaffen haben soll. Es gibt darauf ein Naturschutzgebiet und eine alte Schlossruine. Wir beschließen wieder einmal in der größten Mittagshitze spazieren zu gehen und wandern eine halbe Stunde in der Gluthitze bis zum Leuchtturm. In den ehemaligen Unterkünften der Leuchtturmwärter sind Bänke und Informationstafeln aufgestellt. Darauf sind Erklärungen zu Hurricans, Leuchttürmen und die Halbinsel selbst zu lesen. Wir essen Brot mit Käse und füttern dabei einige hungrige Rotkelchen.

16.3.2010: Bei gutem Wind, wenn auch fast von vorne, schaffen wir es, ohne Aufkreuzen bis in die Nähe der Einfahrt zur Rodney Bay in St. Lucia. Wir ankern gegen 15 Uhr, versorgen die Segel und danach fahre ich mit unserem kleinen Beiboot zum Einklarieren. In St. Lucia und einigen andern Inseln gibt es jetzt die Möglichkeit die Formulare einen Tag vor der Ankunft über Internet (www.eseaclear.com) auszufüllen, dann müssen sie beim Zoll nur mehr ausgedruckt, geprüft und abgestempelt werden. Ich war schon sehr gespannt darauf. Doch als ich beim Zoll ankomme, ist der Raum zum Bersten gefüllt und ich erhalte die Auskunft, dass das Eseaclear zur Zeit leider nicht funktioniert. Also darf ich die Formulare nochmals per Hand ausfüllen. Auf etliche Fragen wie wie viele Zigaretten oder Tiere oder Feuerwaffen uä. habe ich 0 als Antwort geschrieben. Da hat mich der Zöllner zur Sau gemacht und erklärt, ich müsse jetzt diese 0 mit „none“ ausbessern. 0 gilt nicht!
Dies hatte nichts spezielles mit mir zu tun, denn kurz danach hat er eine junge Kollegin auf die gleiche Weise zur Sau gemacht, weil sie bei dieser Hitze kühles Wasser getrunken hat. Da kann man sich schon fragen, wer gerade am meisten an Überhitzung leidet!

3.3.2010: Gegen 6 Uhr früh legen wir von Barbados in Richtung Martinique ab. Auf der Höhe von Speightstown funken wir noch einmal zum Abschied mit Lisa und Charly von der Bomika. Über Funk hören wir, dass es Schießübungen mit scharfer Munition im Norden-Westen von Barbados gibt und man dieses Gebiet daher meiden muss. Kurze Zeit später sehen wir ein großes Motorboot hinter uns. Als es nahe genug ist, sehen wir, dass es ein Boot der Küstenwache ist und dass es auf uns zuhält. Wir holen uns schnell etwas zum Anziehen, denn so weit von Land entfernt, braucht man normalerweise keine Kleidung. Eric holt das Handfunkgerät, falls sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten. Aber sie benutzen stattdessen ein Megaphon und fragen, wohin wir unterwegs sind. Als wir ihnen Martinique als Ziel nennen, sind sie zufrieden. Sie ersuchen uns, den Kurs nicht zu ändern und warnen uns nochmals vor den Schießübungen.

Das schönste an Barbados sind die Strände. Weißer Sand beinahe so fein wie Staubzucker, kristallklares türkises Wasser. Schildkröten etwa 20-30cm groß, die am sandigen Boden schwimmen und den Sand nach Essbarem durchsuchen. Nach einiger Zeit, man müsste schon fast sagen nach einer Ewigkeit, müssen sie auftauchen, um Luft zu holen. Dann kann man sie auch vom Boot aus sehen, ein Stückchen vom Panzer, Kopf und Hals. Meist strecken sie den Kopf mehrmals heraus, sind aber garantiert verschwunden bis man den Fotoapparat gezückt hat. Das zweit schönste ist die tropische Pflanzenwelt. Die Insel ist sehr grün und wir können viele Blumen und Bäume bewundern.