Am 5. November 2010 brechen wir um ½ 5 Uhr früh noch vor Sonnenaufgang auf und erreichen am Nachmittag die kleine venezolanische Insel Tortuga. Sie ist total flach und wird nur von einigen Fischern und Millionen Gelsen bewohnt. Die haben uns den Aufenthalt leider total vermiest. Nachdem wir uns nach unserer Ankunft ausgeschlafen haben, wollen wir einen Sundowner im Cockpit nehmen. Als wir jedoch von Dutzenden Gelsen als Abendessen auserkoren werden, haben wir das große Moskitonetz vor den Niedergang gehängt und uns mit unseren Bechern darunter auf den Boden gesetzt, damit wir wenigstens ein bisschen etwas vom Himmel sehen. Und einen guten Teil der Nacht verbringen wir mit der Gelsenjagd.
Auch am Morgen müssen wir vor dem Frühstück alle im Cockpit verbliebenen Gelsen töten, die dort hungrig auf uns gewartet haben.

Am 3.8.2010 um 8 Uhr früh fahren wir Aroha zur Werft, damit ihr Unterwasserschiff wieder sauber gemacht wird. Als wir uns dem Kran mit dem Bug voraus nähern, rufen die Arbeiter „Popa, popa!“ Wir haben natürlich keine Ahnung, was das bedeutet und fahren weiter. Als wir fast angelegt hatten, schaffen sie uns klar zu machen, was „popa“ bedeutet. Das Boot muss in die andere Richtung liegen. Also nochmal raus um dieses Mal mit dem Heck voran in der Kranlücke anzulegen.
Dies wäre geschafft. Und wir werden uns lange merken, was „popa“ bedeutet!

Am 13.7.2010 verlassen wir gemeinsam mit der Infinity zu Sonnenuntergang Grenada und nehmen Kurs auf die Testigos. Bei teilweise achterlichem (seitlich hinten) Wind können wir die Genua (Vorsegel) ausbaumen und mit 6 Knoten Geschwindigkeit einen Schmetterling fahren (dabei steht das Großsegel auf einer und das Vorsegel auf der anderen Seite). Kurz vor der Inselgruppe begrüßt uns ein Rudel Delfine und spielt um unser Boot herum fangen. Sie schwimmen so dicht vor dem Bug von Aroha vorbei, dass ich Angst habe, sie zu überfahren. Selbstverständlich sind sie wesentlich schneller und es besteht daher keine Gefahr. Bereits kurz nach Mittag ankern wir vor einer winzigen Insel der Testigos. Dieses Inselchen erinnert an die typischen Südseeinselfotos, weißer Strand, Palmen, eine Hütte oder eher ein Unterstand und sonst gar nichts. Außer unseren Booten liegt nur ein weiters Segelschiff und ein Motorboot in der Bucht. Später kommen noch zwei deutsche Einhandsegler dazu, die Eric bereits in Grenada beim Fußball schauen kennengelernt hat. Nachdem Segel und Seilwerk verstaut sind, schwimmen wir eine Runde und faulenzen während des Nachmittags. Den Sundowner nehmen wir gemütlich auf der Infinity.

Am 17.6.2010 fahren wir von Petit St. Vincent, der letzten Insel der Grenadines nach Carriacou, wo wir aber nur Einklarieren und übernachten. Danach geht es direkt weiter nach St. Georges in Grenada. Die Insel liegt nicht auf der üblichen Strecke der Hurrikans, daher suchen hier viele Boote Zuflucht während dieser Zeit. Auch viele Yachtversicherungen, leider nicht unsere, gewähren volle Deckung unterhalb des 11. Breitengrades also im südlichen Teil von Grenada. Dies hielt aber im September 2004 den Wirbelsturm Ivan nicht davon ab, riesige Zerstörungen im Landesinneren, an zahlreichen Schiffen und in sämtlichen Häfen anzurichten. Danach wurde alles neu aufgebaut, weshalb Grenada jetzt einen sehr schmucken Eindruck macht. Leider hat das auch die Versicherungen veranlasst, ihre Klauseln entsprechend anzupassen.

11.5.2010: Dienstag nach Yves Abfahrt beginnen wir wieder Richtung Süden zu segeln. Vor dem Start der Hurrikansaison im Juni sollten wir es zumindest bis St. Lucia schaffen. Von dort kann man notfalls in einem Tag sichere Gebiete erreichen.
Es geht mal wieder nach Grand Bourg auf den Saintes. Dort spazieren wir am nächsten Tag auf einen Hügel der Hauptinsel und einen Tag später besuchen wir mit der Fähre eine Nachbarinsel, auf der es viele Leguane geben soll. Doch obwohl wir auf den mit Leguanen gekennzeichneten Wegen wandern, begegnen wir zu unserer Enttäuschung keinen Einzigen. Nur die winzigen Eidechsen beobachten uns.